Hoffnung für Adipositaspatienten: Abnehmen mit dem Magenband
Patienten, die an Adipositas leiden, können neue Hoffnung auf dauerhafte Gewichtsreduzierung schöpfen: Bei einem minimalinvasiven, operativen Eingriff wird ein so genanntes Magenband – auch gastric band genannt – eingesetzt, das dauerhaft für ein frühzeitiges Sättigungsgefühl sorgt, so dass Betroffene schon nach einem Jahr mehr als die Hälfte ihres Übergewichtes verlieren können.
Minimalinvasiv bedeutet, dass bei der Operation so wenig Haut und Weichteile wie möglich verletzt werden, und dass die Heilungs- fortschritte nach dem Eingriff schnell und unkompliziert erfolgen. Das Band besteht aus weichem Silikonmaterial und wird im oberen Teil des Magens angebracht. Durch die dadurch entstehende Verengung wird nur noch eine bestimmte Menge Speisebrei durchgelassen, wodurch sich der Patient schneller satt fühlt. Außerdem werden die Betroffenen auch dazu animiert, gründlicher zu kauen, was eine bessere Bekömmlichkeit der Speisen und eine ausgeglichene Verdauung zur Folge hat.
Voraussetzungen für das Einsetzen eines Magenbandes
Viele Adipositaspatienten haben bereits langjährige und erfolglose Diätversuche hinter sich und verlieren trotz aller Bemühungen nicht genügend Gewicht. Wer einen BMI, also Body-Maß-Index, von 30 und höher hat, wird medizinisch als adipös eingestuft. Bei einem BMI von über 40 liegt ein besonders hoher Grad von Adipositas vor. Für eine dauerhafte Verbesserung der Lebensqualität ist eine Gewichtsreduktion der Betroffenen unabdingbar.

Magenband Implantate
Was ist ein Magenband, woraus besteht es und wie reguliert es die Nahrungsaufnahme?

Ablauf des Eingriffs
Vorbereitung auf die Operation
Der Eingriff, bei dem das Band eingesetzt wird, erfolgt unter Vollnarkose und kann zwischen 30 Minuten und zwei Stunden dauern. Der Patient bleibt nach dem Eingriff in der Regel drei bis fünf Tage in stationärer Behandlung. Über das Injektionsreservoir, das am Bauchmuskel implantiert ist, kann der Arzt während der Folgebehandlung die Einstellung der Stomagröße individuell vornehmen. Diese wird beispielsweise dann notwendig, wenn die Gewichtsabnahme keine Fortschritte zeigt oder, was auch vorkommen kann, zu schnell erfolgt. Der Stomadurchmesser kann dann ohne einen größeren Eingriff nachträglich verändert werden, indem der Chirurg einen kleinen Hautschnitt durchführt, der schmerz- und komplikationslos erfolgt.
Wie bei jeder Operation kann es auch beim Einsetzen eines Magenbandes zu Komplikationen kommen. Die Patienten werden vor der Behandlung über mögliche Risiken aufgeklärt, das Infektionsrisiko oder das Auftreten von Thrombosen oder Embolien ist jedoch sehr gering. Sehr wichtig ist auch eine gute und gründliche Nachsorge. Ein großer Vorteil des Einsetzens eines Magenbandes ist, dass die Anatomie des Magens nicht nachhaltig verändert wird. Sollte das Band irgendwann wieder entfernt werden, kann dies ohne Weiteres erfolgen, und der Magen erhält seine ursprüngliche Größe zurück.
Disziplin und Zusammenarbeit: Der Einfluss auf den Erfolg durch den Patienten
Nach der Operation sollten die Patienten anfangs nur flüssige Nahrung zu sich nehmen, möglichst einen Monat lang. Dazu geeignet sind Suppen, verschiedene Fruchtsäfte und Trinkjoghurts. Darüber hinaus erarbeitet der behandelnde Arzt einen individuellen, optimal zum Patienten passenden Ernährungsplan und berät bei möglichen, aufkommenden Komplikationen. Es kann auch notwendig sein, dass Vitaminpräparate zur Unterstützung der Genesung verabreicht werden. Sind die ersten sechs Wochen nach der Operation komplikationslos verlaufen, kann der Arzt mit der ersten Bandregulierung beginnen. Die Regulierung kann jedoch auch einfach verschoben werden, wenn sich noch keine spürbare Gewichtsreduktion eingestellt haben sollte. Es ist sehr wichtig für den Patienten, dass regelmäßige Kontrollen beim behandelnden Arzt durchgeführt werden, um auch langfristig einen Überblick der Behandlung zu erhalten.
Bei den meisten Patienten ist der Behandlungserfolg jedoch sehr hoch, und das Gewicht pendelt sich auf ein normales Niveau ein.
Wichtige Verhaltensmaßnahmen für den Alltag nach der Operation
Wer sich ein Magenband einsetzen lässt, kann dieses ein Leben lang behalten. Doch mit dem Eingriff alleine ist es nicht getan – die Patienten brauchen für den Alltag ein Konzept für eine bewusste Ernährung und gesunde Lebensführung, das einen dauerhaften Erfolg gewährleistet. Dazu gehören ein gesundes Maß an Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und feste Gewohnheiten sowie ein hohes Quantum an Disziplin. Damit werden die Patienten nicht alleine gelassen – Ärzte, Krankenkassen oder Diätassistenten geben individuelle Ratschläge und begleiten die Betroffenen bei ihren Aktivitäten. Um nach der Einsetzung des Magenbandes ohne gesundheitliche Risiken zu leben, ist es besonders wichtig, auf das Sättigungsgefühl zu achten. Viele Adipositaspatienten haben dieses Sättigungsgefühl nach vielen Jahren falscher Essgewohnheiten verloren. Doch die Funktionsfähigkeit des Magenbandes kann verloren gehen, wenn auch nach einem Sättigungsempfinden weitergegessen wird, was zu schwerwiegenden Komplikationen führen kann. Aber die Patienten können richtiges Essverhalten auch nach dem Einsetzen eines Magenbandes beibehalten oder erlernen, wenn nötig, mit therapeutischer Unterstützung.
Wer sich die Risiken bewusst macht und die notwendigen Verhaltensregeln zu Herzen nimmt, kann mittels eines Magenbandes erfolgreich langfristig abnehmen und eine hohe Lebensqualität und Zufriedenheit erlangen. Die Auswirkungen zeigen sich im Alltag: Das Treppensteigen fällt leichter, man kommt nicht mehr schnell außer Atem und das Allgemeinbefinden wird zunehmend besser. Doch ohne ärztlichen Rat und intensive Beratung ist eine erfolgreiche Behandlung nicht durchführbar.

